Zurück zur 1. Seite                                      Zum Bericht von Diana Pisarek  u. a., 9 a

Mit  weißen Rosen bedankten sich Schülerinnen und Schüler der 9. und 10. Jahrgangsstufe der Theodor- Heuss- Realschule bei den Mitspielerinnen und Mitspielern der Theatertruppe des Nepomucenums für die eindrucksvolle Aufführung des Stückes "Das Experiment" im Pädagogischen Zentrum.

Der ehemalige 10er Deutsch-Kurs hatte das Stück "Das Experiment - Realität und doch unfassbarer Wahnsinn" nach dem Buch "Die Welle" von Morton Rhue unter der Leitung von Sylvia Budde- Mürmann erarbeitet und in Szene gesetzt. Speziell für diese Aufführung fand sich die Truppe noch einmal zusammen.

Angesichts der Erfolge rechtsradikaler Gruppierungen und Parteien ist die Thematik des Stückes über Fremdsein, Mitläufertum und Gewalt und die Verführbarkeit zur "Macht durch Disziplin, Macht durch Gemeinschaft , Macht zum Handeln" von beklemmender Aktualität.

Im Rahmen des Langzeitprojektes " Theodor- Heuss- -Realschule  - für Toleranz, gegen Rassismus und Gewalt" unter Leitung von Lisa Feierabend war diese Aufführung und ihre Vor- und Nachbereitung im Unterricht für die rund 240 Schülerinnen und Schüler ein besonderer Anlass zur Auseinandersetzung .
Das Gymnasium Nepomucenum und die Theodor- Heuss- Realschule sind als einzige Coesfelder Schulen mit der Plakette " Schule ohne Rassismus- Schule mit Courage" seit Jahren ausgezeichnet , und so war das erfolgreiche Unternehmen "Schüler spielen für Schüler" unter dem  Dach des Schulzentrums vielleicht ein Anstoß für weitere gemeinsame Projekte.
(Feierabend)

Zurück zur 1. Seite

Theater – Das Experiment
(Diana Pisarek  u. a., 9 a)

         Am Freitag, den 18. Febr. 2005 fand im Pädagogischen Zentrum unserer Schule während der fünften und sechsten Stunde für die Neuner- und Zehnerklassen der Theodor-Heuss-Realschule eine Theatervorstellung statt. Die Theater-AG des Gymnasiums Nepomuceum hatte mit der Grundlage des Buches „Die Welle“ von Morton Rhue das Theaterstück „Das Experiment“ einstudiert. Hier wurden Handlungen/Szenen des Buches mit Elementen des modernen deutschen Theaters verarbeitetet.
Nach der zweiten großen Pause versammelten sich die Schüler/Innen und Lehrer im PZ. Unsere Klasse saß in den vorderen Reihen zusammen. Es dauerte eine Weile, bis es ruhig war und die Aufführung beginnen konnte.

 

Die Theater-AG hatte den Titel „Das Experiment“ gewählt und begann mit der Vorstellung: Grundlage für die Inszenierung war das Buch „Die Welle“. Das Publikum war aufgefordert sich in eine Rolle hineinzuversetzen, denn der Hauptdarsteller Mr. Ross, der Protagonist, wendete sich direkt ans Publikum. In den folgenden Schlüsselszenen zeigten die eindrucksvoll spielenden Darsteller Grundsätze des diktatorischen Spiels: „Macht durch Disziplin“, „Macht durch Gemeinschaft“, „Macht durch Handeln“.

Zunächst ging es um Gewalt. Eindringlich zeigten alle Akteure in einem Halbkreis stehend auf, wie Gewalt weitergegeben und auch eskalieren kann. Diese Grundhaltung begleitete den ersten Themenbereich, in dem deutlich aufgezeigt wurde, dass Disziplin Gruppenzwang erzeugen kann. In einer weiteren Szene beschimpften Mitglieder der Welle jemanden und grenzten schließlich aus. Folgedessen kam es zu einem Selbstmord der Ausgeschlossenen, was im Wasser passierte. Dadurch konnte anschaulich der Bezug zum Buchtitel hergestellt werden. Die einzelnen Bilder zeigten den kontinuierlichen Werdegang in einen Totalitarismus.

Schließlich projizierte man in einer weiteren Szene auf einer Leinwand seitlich der Bühne das Bild Adolf Hitlers. Mr. Ross sagte „seinen“ Schülern, dass das ihr Führer sei und sie genauso Faschisten wären, wie es viele Mitläufer früher waren.

         Am Schluss der Aufführung wurden von Frau Feierabend Fotos gemacht und das Publikum applaudierte sehr. Für die gute Darbietung bekamen die Akteure von der SV der THRS weiße Rosen überreicht, die an die Widerstandsorganisation und Sophie Scholl erinnern konnten, weil zur Zeit dieser Film in den Kinos angelaufen ist.

„Das Experiment“ zeigte einen möglichen Weg von den Anfängen bis zur totalen Gleichschaltung in einer Diktatur auf. In der anschließenden Diskussion im Klassenverband sprachen wir über die Wirkung einzelner Szenen und suchten existierende zeitnahe Beispiele. Hierbei kamen die Europäer mit ihrer Haltung zum Krieg des Georg Bush im Irak gleichermaßen zur Sprache wie auch die antidemokratische Gesinnung der Nationalsozialisten im Dresdener Landtag.

 

Schließlich war die „Reife“ der Theaterbesucher Gegenstand: Unserer Meinung nach war der jeweilige Szenenapplaus dem Thema und der Handlung nicht angemessen, ein sehr anerkennender Applaus für die Schauspieler am Schluss der Aufführung war passend.

 

Diana Pisarek  u. a., 9 a

Zurück zur 1. Seite