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Jahrgangsstufenfahrt der Klassen 9 zur Alten Synagoge Essen

- Erlebnisse einer interkulturellen Begegnung mit jüdischem Leben und Glauben -

Am 7.12.2010 besuchten Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 9 die Alte Synagoge in Essen. Zwei Jahre lang arbeitete man dort an der Umsetzung eines neuen Ausstellungs- und Begegnungskonzeptes, so dass jetzt in insgesamt fünf Ausstellungsflächen und viel Raum für Veranstaltungen (z. B. Konzerte, Lesungen) Besucher alles über Kultur und Geschichte der jüdischen Gemeinde in Essen erfahren können. Durch besondere Umstände überdauerte die Synagoge als Brandruine den Zweiten Weltkrieg und dient jetzt wieder als Begegnungszentrum.

Mit ihrem Bau zu Beginn des vorigen Jahrhunderts sollte ursprünglich das Bauwerk die Anerkennung der jüdischen Kultur und die Assimilation der jüdischen Gemeinde in der Essener Bevölkerung des zweiten Kaiserreiches versinnbildlichen. Dies war ein Lichtblick in der Geschichte der Juden in Deutschland, der nur zwei Jahrzehnte später mit dem Pogrom der Nationalsozialisten im November 1938 sein trauriges Ende fand.

Mit der Neueröffnung im Juli 2010 wollen die Stadt Essen und die jüdische Gemeinde Zeichen setzen: Jüdische Kultur ist mehr als nur eine Religionsgemeinschaft. Um den „Jewish Way of Life“ geht es unter anderem in einer der fünf Dauerausstellungen in der wiedereröffneten Alten Synagoge. Alltagskultur heute, Selbstverständnisse, Lebensformen und -stile, die sich auch in Kleidung oder Musik zeigen, sind ebenso Teil, wie die Begegnung mit bedeutenden jüdischen Festen und Traditionen. Auch die Geschichte des Hauses und das Leben in der jüdischen Gemeinde in Essen sind weitere Themen, was mit Alltagsgegenständen und Dokumenten erlebbar gemacht wird.

Das Gebäude selbst und die Ausstellungsschwerpunkte ermöglichen Besuchern, die anderen Kulturen und im Besonderen dem Judentum unvoreingenommen begegnen wollen, durch seine moderne, offene und lichtdurchflutete Ausgestaltung einen leichten Zugang.

Die Schülerinnen und Schüler der Theodor-Heuss Realschule durften bei ihrem Besuch auf kompetente Führungen zurückgreifen. Mit einem modernen Audiosystem ausgestattet war es gut möglich, den Erklärungen der Museumspädagoginnen zu folgen, und Fragen konnten spontan und verständlich direkt an den Ausstellungsobjekten geklärt werden. Schwerpunkte des 1 ½ stündigen Rundganges waren:

·     Die Geschichte des Hauses

·     Geschichte und Leben in der jüdischen Gemeinde

·      Das religiöse Leben

·      Feste - Essen und Trinken nach jüdischer Art

·     Jüdischer „Way of Life“

Gottesdienste finden in der Alten Synagoge nicht mehr statt, auch wenn die Architektur des Hauses dies zuließe; denn der Thoraschrein enthält keine Thorarollen mehr, von denen mindestens zwei vorhanden sein sollten. Die Jüdische Gemeinde Essen nutzt heute ein neues anderes Gemeindezentrum in der Stadt.

 

 

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