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„Hospiz Anna Katharina“ – ein Besuch mit Nebenwirkungen Tod und Sterben gehören zum Leben – mit diesem Thema haben sich die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 9 im Fach Praktische Philosophie eine Zeit lang intensiv auseinandergesetzt. Den Abschluss der Unterrichtsreihe bildete am 13.3.2009 ein Besuch im „Hospiz Anna Katharina“ in Dülmen. Die begleitenden Lehrer waren Fr. Lucht (LAA) und H. Rittner (Rl). Das katholische Hospiz für Erwachsene in der Schlossstrasse ist eine stationäre Einrichtung und somit ein vom benachbarten „Franz-Hospital“ unabhängiges Haus, in dem nicht weiter behandelbare Schwerstkranke mit absehbarem Lebensende betreut werden. Die in den atmosphärisch nicht an Krankenhaus erinnernden Einzelzimmern untergebrachten Gäste bestimmen den Rhythmus ihres Lebensalltages selbst, Angehörige und Freunde, die jederzeit Zugang zu den Kranken haben, geben ihnen zusammen mit ausgebildeten Pflegekräften die erforderliche Geborgenheit und Sicherheit. Die ärztliche Betreuung erfolgt, soweit es gewünscht ist, durch den Hausarzt. Qualifizierte Pflege und eine optimale Schmerztherapie erleichtern die schwierige Lage der Menschen in der letzten Phase ihres Lebens. Dabei ist es gleichgültig, wie lange Zeit ein Gast beansprucht zu bleiben. Ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stehen für eine kompetente Begleitung zur Verfügung, wann immer der Sterbende dies wünscht. Vermittlung von Sicherheit und die Verbesserung der Lebensqualität für die Gäste und ihrer Angehörigen einerseits aber auch das Loslassen des Sterbenden andererseits sind zwei wichtige Säulen des palliativ arbeitenden Hospizes. Die von einer Dülmener Künstlerin geschaffene Holzskulptur im „Raum der Stille“ des Hospizes versinnbildlicht diese Idee auch emotional. Sie symbolisiert den Schutz des sterbenden und in vielen Fällen auch hilflosen Menschen durch die Hospizgemeinschaft. Sie zeigt aber auch die Bereitschaft zu mehr Distanz, wenn der begleitete Mensch dies so wünscht. Hospizleiter Herr Dipl.-Theol. Martin Suschekmachte im Gespräch mit den Schülerinnen und Schülern der Theodor-Heuss Realschule deutlich, dass die Gäste aller Glaubensrichtungen in diesem Haus willkommen sind und hier die Ruhe und Zuwendung erfahren können, die sie in der letzten Lebensphase beanspruchen. Wenn der Tod dann schließlich anklopft, ist die gemeinsame Verabschiedung des Verstorbenen durch dessen Angehörige und durch die Mitarbeiter des Hospizes ein wichtiger Ausgangspunkt für die Trauerarbeit, zugleich aber auch eine Neubesinnung auf die Bedeutung des Todes inmitten des Lebens. Die Schülerinnen und Schüler zeigten sich während des Gespräches
und des anschließenden Rundganges durch verschiedene Räume des Hauses
überrascht über so viel Offenheit, Lichtdurchflutung und Wärme. Sie haben das
Hospiz erfahren können als einen Ort des Respekts gegenüber dem Menschen und
seiner Würde und als Ort der Gelassenheit, an dem das Leben bis zum Tod im
Vordergrund steht.Auch nach ihrem Tod, so macht eine Fotowand deutlich, bleiben die Gäste lebendig: Wir bedanken uns für diese wunderbare Erfahrung. (wr)
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