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Die Arbeit des vergangenen Jahres trägt Früchte: Die Bezirksregierung Münster hat dem Antrag des Bürgermeisters auf Genehmigung eines Ganztagsbetriebes der Theodor-Heuss-Realschule zugestimmt. Als erste Realschule im Kreis Coesfeld beginnt die Schule mit dem Ganztagsbetrieb mit dem Schuljahr 2010/11 ab dem 01.08.2010. Schrittweise wird er mit der 5. Klasse und mit Unterstützung der Bezirksregierung aufgebaut werden.
Diese gute Nachricht übergab Bürgermeister Heinz Öhmann Schulleiterin Elke Gerdes gestern (8.1.) persönlich im Schulzentrum an der Holtwicker Straße. „Das von Ihnen erarbeitete Konzept hat überzeugt“, gratuliert das Stadtoberhaupt der gesamten Schulgemeinde, die sich für diese Profilierung stark gemacht hatte. Die Schulkonferenz hatte am 02.12.2008 zugestimmt, zuvor der Rat der Stadt am 20.11.2008. Für Bürgermeister Öhmann sind drei Vorteile ausschlaggebend: „Erstens finden Eltern, die zurzeit die Betreuungsangebote an den Grundschulen nutzen, hier eine verlässliche und qualifizierte Fortführung der Nachmittagsbetreuung“. Zweitens sei das Angebot qualitativ eine Bereicherung für den Schulstandort. Die Stadt komme dem Ziel, ein flächendeckendes Ganztagsangebot im Schulbereich der Stadt anzubieten, bedeutend näher. „Entscheidend ist für mich immer der Bedarf der Eltern. So können wir den Realschulzweig im Halbtagsbetrieb an der Freiherr-vom-Stein-Schule und im Ganztagsbetrieb im Schulzentrum anbieten. Das eröffnet den Erziehungsberechtigten echte Wahlfreiheit. Darauf kommt es mir an“, nennt Öhmann den dritten Vorteil des frisch genehmigten Ganztagsbetriebs. Die Bezirksregierung hat in ihrer Genehmigung angekündigt, dem zusätzlichen Lehrerbedarf Rechnung zu tragen. Der Ganztagsbetrieb muss an mindestens drei Wochentagen jeweils sieben Zeitstunden umfassen. „Alle Schülerinnen und Schüler sind verpflichtet, in dieser Zeit an den ganztägigen Angeboten der Schule teilzunehmen“, heißt es weiter in dem offiziellen Papier. Die Stadt wird im Rahmen der Ausbauoffensive an den weiterführenden Schulen den bisherigen Küchen- und Textilbereich der Theodor-Heuss-Schule in für den Ganztagsbetrieb geeignete Aufenthaltsräume umwandeln. Bei der Detailplanung und Ausgestaltung der Räume soll insbesondere auf die konzeptionellen Überlegungen der Schule Rücksicht genommen werden. „Da sind wir gemeinsam auf einem guten Weg“, kündigen Schulleiterin und Bürgermeister an. „Wir werden zum 01.08.2010 keine neuen Räume bauen, sondern nutzen vorhandene Raumkapazitäten“, erläutert der Verwaltungschef. In den Sporthallen stünden der Schule ausreichende Nutzungszeiten für den Schulsport zur Verfügung, zudem die Sportanlagen des Sportzentrums Nord und des Kombibades COEBAD. „Darüber hinaus wollen wir mit örtlichen Sportvereinen kooperieren“, sagt Elke Gerdes und weist auf das im Internet erhältliche Schulkonzept hin (http://www.thrs-coe.de). An der Theodor-Heuss-Realschule werden derzeit 654 Schülerinnen und Schüler in 22 Klassen unterrichtet. Vielfältige Kooperationen mit Partnern aus Wirtschaft und Berufsbildungseinrichtungen zeichnen die Arbeit der Theodor-Heuss-Realschule besonders aus. In Zusammenarbeit mit der Stiftung „Partner für Schule NRW“ wird ein Kooperationsnetz zur Wirtschaft aufgebaut. Das Einzugsgebiet umfasst traditionell neben dem Stadtgebiet Coesfeld auch das Gebiet der Ortsteile Holtwick und Osterwick der Gemeinde Rosendahl, wobei die Möglichkeiten der Schülerbeförderung mittels Schulbus weiter aufrecht erhalten bleiben sollen. Auch für die Kinder weiterer Nachbargemeinden steht der Ganztagsbetrieb ab dem 01.08.2010 grundsätzlich offen.
Zum Thema: Ganztagsbetreuung in Coesfeld Die Ganztagsbetreuung für Kinder und Jugendliche steht in Coesfeld auf einem breiten Fundament. Bereits für Kinder ab einem Lebensalter von vier Monaten gibt es Betreuungsmöglichkeiten. 1142 Kinder werden derzeit in den Kindertageseinrichtungen der Kreisstadt betreut. Jedes vierte Kind geht ganztägig, also mit einer Buchungszeit von 45 Stunden, in die Einrichtung. Weitere 28 Kinder werden aktuell in Kindertagespflege betreut, davon 13 unter drei Jahren. Der bedarfsgerechte Ausbau der Betreuungsangebote vor allem für Kinder unter drei Jahren, und damit auch der Ausbau der Ganztagsbetreuung, ist ein wichtiges kommunalpolitisches Ziel der nächsten Jahre. So soll der Anteil betreuter Kinder unter drei Jahren schrittweise auf 32% angehoben werden. Im Grundschulbereich (Primarstufe) besteht an den sechs Schulen ein Angebot der „Offenen Ganztagsschule“, so dass allen Grundschülern dieses Angebot offen steht. Rund 250 Schülerinnen und Schüler machen derzeit von diesem Angebot Gebrauch. Auch an den weiterführenden Schulen gibt es bereits Pflichtunterricht und vielfältige freiwillige Angebote an den Nachmittagen. |